Experten Interview mit Stefan Mantel vom Papa@Work Podcast

In dieser Episode erfährst du: 

  • Wie ein Papa in einer Festanstellung in Vollzeit ein aktiver Vater sein kann
  • Warum eher die Mütter in Teilzeit gehen
  • Was Frau tun kann, damit Mann mehr Zeit mit den Kindern verbringt
  • Wie Stefan vom „Papa@Work“ Podcast Vereinbarkeit von Beruf und Familie lebt

 

 

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Shownotes #027 So werden aus arbeitenden Vätern aktive Papas – Stefan Mantel im Interview

 

Stefan ist Jahrgang 1976 und lebt mit seiner Partnerin und der gemeinsamen Tochter Tomke in Berlin. Er ist Diplom Sozialarbeiter, Coach und Systemischer Supervisior. Stefan führt den Podcast Papa@Work Podcast. 

 

Wie lebst du Vereinbarkeit?

Tomke ist drei Jahre alt. Vor der Geburt wollten Stefan und seine Frau sich alles teilen: Kind und Arbeit. Heute planen sie jeden Sonntag Abend wie die kommende Woche aussieht. An welchen Tagen hat Stefan die Kleine, an welchen seine Partnerin? Ganz 50 / 50 schaffen sie es aktuell nicht. Stefan ist aktuell viel gebucht und momentan so mehr am arbeiten. Am Wochenende gibt es meistens Familienzeit. 

 

 

Wie sind eure beruflichen Verhältnisse?

Stefan ist freiberuflich tätig. Seine Partnerin war für 26 Stunden angestellt und ist seit kurzem selbstständig. Tomke ist seit dem sie 1,5 Jahre alt ist in die Kita. Stefan machte die Eingewöhnung. Von ca. 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr ist die Betreuungszeit. 

 

 

Hast du Elternzeit oder Elterngeld genommen?

Da Stefan selbstständig ist, gab es für ihn quasi keine Elternzeit. Seine Partnerin ging wieder arbeiten als die Tochter ein Jahr alt war. Da gab es noch keinen Kita Platz. Also legte Stefan seine Termine so, dass er die Betreuung für einige Monate übernahm. Der Rest wurde von Verwandtschaft und einer eingekauften Babysitterin abgedeckt. 

 

 

Bedeutet das Modell 50 / 50 einen finanziellen Nachteil für euch?

Das hielt sich in Grenzen. Die Monate, die Stefan primär alleine abdeckte, fielen auf den Sommer. Da gibt es grundsätzlich sowieso wenig Aufträge. 

 

 

Wieso nehmen die Väter meist nur zwei Monate Elternzeit? Und warum gehen eher die Mütter in Teilzeit? 

Die zwei Monate können einfacher vor dem Arbeitgeber gerechtfertigt werden. Diese gibt es nur, wenn beide Elternteile in Elternzeit gehen. Hier berichtet Stefan von einigen Negativbeispielen, wo auch selbst die zwei Monate vom Arbeitgeber nicht akzeptiert wurden. Durch Gespräche werden die Väter abgeschreckt. Auch der Verdienst sei ein Grund, dass Väter nicht in Elternzeit oder nur kurz gehen. Denn die Männer verdienen meist mehr.

In Teilzeit gehen nur wenige Männer aus den gleichen Gründen. Für Menschen, die in einer Führungsposition sind, ist es noch schwieriger. Denn es herrscht die Überzeugung, dass eine Führungskraft Vollzeit anwesend sein muss.

Stefan ist sich auch unsicher, ob Stundenreduzierung das Ziel ist. Den meisten wäre damit geholfen, wenn sie nur die vertraglichen 40ig Stunden absolvieren. Und keine Überstunden machen und am Wochenende zu Hause sind. 

 

 

Den Frauen geht es genau so. Und trotzdem gehen sie in Teilzeit. Warum? 

Stefan sagt, dass Frauen damit anders umgehen. Die meisten sind bereit Karriere erst auf die zweite Priorität zu setzen. In den Konstellationen, wo beide Teile ähnlich verdienen bzw. ähnlich hohe Positionen haben, wird es spannend. 

 

 

Wollen wir denn, dass Frauen und Männer von vorne rein die Aufteilung 50 / 50 leben?

Stefan findet, dass jede Familie für sich selbst schauen muss, welches Modell sie leben wollen. Es geht nicht darum, zu sagen, dass wir dahin kommen müssen. Zumal viele Frauen gerne zu Hause bleiben. Das ist weder richtig noch falsch. 

 

 

Es fehlen die Vorbilder, oder? 

Sowohl den Männer als auch den Frauen fehlen Vorbilder. Beispiele von anderen Modellen als das klassische: der Mann verdient das Geld und die Frau kümmert sich um Kind und Haus. Es werden jetzt immer mehr verschiedene Modelle bekannt. So langsam kann man sich orientieren. 

 

 

Wie kann ein Vater in einer 40 Stunden Anstellung noch ein aktiver Vater sein?

Die Väter, die das gut schaffen, erschaffen sich fixe Arbeitszeiten. Diese Väter planen zuerst die „großen Steine“ in ihre Planung. Also die Dinge, die ihnen wirklich wichtig sind. So setzen sie bestimmte Punkte in ihrer Woche oder in dem Monat. Sie planen das ein und drapieren alles andere drumherum. Z.B. mittwochs um 17:00 Uhr gehen sie dann zum Kinderturnen. Oder sie sind immer zum Abendbrot zu Hause. Prioritäten setzen und Organisation sind die Schlüssel.

Es Bedarf hier auch an Mut. Denn er muss sich gegenüber seinen Vorgesetzten und Kollegen behaupten. 

 

 

Hast du ein Positivbeispiel für uns? 

Die Väter, die in Anstellung sind und keine Überstunden leisten, bei denen funktioniert es gut. Auch berichtet Stefan von einem selbstständigen Bassist. Dieser hat früher durch Bandauftritte sein Einkommen verdient. Heute unterrichtet er. Seine Frau und er teilen sich alles Rund um die drei Kinder 50 / 50 auf. Er legt sich seine Unterrichtszeiten so, dass seine Partnerin entgegengesetzt arbeiten kann. 

 

 

Wo bleibt die Partnerschaft bei dem 50 / 50 Modell? 

Die bleibt schnell mal auf der Strecke. Partnerabende einplanen wirken hier entgegen. Sonst gibt man sich nur noch die Klinke in die Hand. 

 

 

Was kannst du den Hörerinnen empfehlen, die sich ein aktiveren Papa wünschen? 

Die größte Gefahr ist, dass sich solche Diskussionen festfahren. Stefan sagt, dass sich solche Gespräche oft einspielen und nicht weiter gehen. Der Vater spürt da oft gleich Vorwürfe. Stefan sagt, dass es viele Väter zerreißt. Sie sitzen auf der Arbeit und haben ein schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber. Daher ist es wichtig, ohne Vorwürfe und Rechtfertigungen solche Gespräche führen.

Es geht darum zu schauen, wie geht es der Mama mit der Situation. Die Mama sollte dem Papa deutlich machen, wie es einem selbst geht. Aussagen wie „Ich weiß gerade nicht, wie ich meine Arbeit schaffen soll.“ oder „Das wächst mir alles über den Kopf.“ stecken bei den Vätern oft hinter ihrem Verhalten. Sie sagen es meist nur nicht. Es geht darum, dass beide Elternteile einander zuhören. Wie geht es dem anderen gerade? Was braucht der andere gerade? Es geht darum zu schauen, welche Bedürfnisse stecken dahinter?

Stefan sagt, dass wir viel miteinander reden. Aber eigentlich reden wir nicht wirklich miteinander. „Was ist dir wichtig? Was ist mir wichtig? Welche Dienstleistung können wir einkaufen?“ sollten die Fragen sein, um die es im Gespräch geht. 

Die Frage ist: „Wie bereit bin ich als Mama, den Papa das Kind anzuvertrauen?“ Stefan sagt, die Mamas müssen den Papa dann auch machen lassen. In dem Wissen, dass er es anders machen wird. 

 

 

Was wünscht du dir in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für diese Gesellschaft?

Stefan wünscht sich, dass es in der Schule andere Schulfächer gibt. Solche Fächer wie „Umgang mit Geld“, „Abgrenzen und Nein sagen“, „Glück“ oder „Zufriedenheit – so lebst du dein Leben, dass du auf dem Sterbebett sagt: Das würde ich immer wieder so machen“. Das würde dazu führen, dass Frauen und Männer ihr Leben anders planen. Man lässt sich ab einem bestimmten Alter einfach so treiben. Es geht darum das Leben zu reflektieren. 

 

 

Wo findet man dich?

Unter www.papas-at-work.de findest du den Podcast von Stefan. 

Unter www.stefanmantel.com findest du seine Webseite. Hier geht es um Väter, die als Führungskraft arbeiten und ein aktiver Papa sein wollen. 

 

 

Dies ist ein Auszug und eine stark verkürzte Wiedergabe des Interviews. In der Audiodatei kannst du dir das komplette Interview anhören. Dies kannst du über den Player oben in diesen Beitrag tun oder über eine Podcast-App auf deinem Smartphone. 

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Links:

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