Ein Fallbeispiel von Jana, Mutter von zwei Kindern (Kindergarten und Grundschule)

Du erfährst:

  • welche Herausforderungen Mütter in Teilzeit haben, 
  • an welchen Stellenschrauben du drehen kannst, um Dinge zu verändern
  • und wie du mit weniger familienfreundlichen Arbeitsbedingungen umgehen kannst. 
#092 Ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei einen familienfreundlichen Arbeitgeber gegeben?

Familienfreundliche Arbeitgeber gibt es einige. Zumindest, wenn ich mir die Siegel auf den Websiten anschaue. Bedeutet dieses Siegel, dass hier Eltern einfach Familie und Beruf vereinbaren können? Im Podcast rufe ich immer wieder dazu auf, mir eure Themenwünsche zu nennen. Mir von euren Herausforderungen zu berichten. Das hat Jana getan.

Sie arbeitet Teilzeit bei einer Krankenkasse. Inkl. Reisezeiten arbeitet sie an drei Tagen die Woche zwischen acht und zehn Stunden. An einem dieser Tage, kann sie open end arbeiten. D.h. hier ist sie nicht an die Abholzeiten der Kinder gebunden. Die Betreuung der Kids läuft über Kindergarten, Vater, Schulhort und die Großeltern. Sie arbeitet insgesamt 15 Stunden pro Woche. Macht aber aktuell immer Überstunden, um das Arbeitspensum zu schaffen. Der Arbeitsweg ist sehr lang und frisst daher viel Zeit. Ihre Überstunden kann sie theoretisch durch freie Tage ausgleichen. Praktisch ist es nicht möglich. Immer liegen wichtige Termine an, irgendwelche Deadlines enden gerade oder ihr Vorgesetzter nennt einen Grund, warum es gerade nicht geht. 

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Akzeptanz der Kollegen fehlt

Jana schrieb mich an und berichtete von ihrer Situation. Sie hat das Gefühl, dass ihre Vollzeitarbeitenden Kollegen sie im Beruf abhängen. Fachlich, da sie in der Hälfte der Arbeitszeit nicht so viel wissen aufnehmen kann und To Do`s erledigen kann. Auch kann sie aus zeitlichen Gründen nicht an allen Projekten sich beteiligen und kann so karrieretechnisch nicht mithalten. Sie stört die Meeting Kultur. Besprechungen über zwei Stunden schlägt bei Teilzeitkräften viel mehr in das Gewicht. Zusätzlich hat Jana organisatorischen Druck. Sie muss an zwei Tagen nach Hause gehen, weil die Kinder abgeholt werden müssen. Ihre männlichen Kollegen, die Vollzeit arbeiten, haben diesen Druck nicht. Es gibt zwar Väter unter ihnen aber sie übernehmen die Betreuung und das Abholen nicht. Kommentare wie “Die arbeitet ja auch nur 15 Stunden” hört sie immer mal wieder. 
Teilzeit arbeiten bei einen familienfreundlichen Arbeitgeber
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Love it, change it or leave it

Wir sprachen miteinander. Ich stellte Fragen. Was mir immer wichtig ist, rauszufinden: Was ist dein Ziel? Möchtest du lernen, mit deinem Gefühl “besser” umzugehen? Möchtest du dein Umfeld verändern? Suchst du neue Wege und ggf. so dann auch einen neuen Arbeitgeber?

Jana möchte einerseits “besser” damit umgehen können. Einen Weg finden effizient und erfüllt zu arbeiten innerhalb des Rahmens, den sie hat. Zusätzlich möchte sie etwas bewegen. Innerhalb ihrer Abteilung und bei ihrem Arbeitgeber. Sollte der Zustand dadurch innerhalb eines Jahres nicht besser werden, wäre sie bereit, den Arbeitgeber zu wechseln.

 

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Auf Missstände hinweisen und Dinge verändern

Jana sprach mit ihrem Vorgesetzten. Zeigte auf, dass die Meetingkultur sie (und andere) negativ beeinflusst. Sie sitzt in Meetings, in denen sie die ersten 20-30 Minuten weder was zusagen hat, noch der Inhalt eine Relevanz für sie hat. Ihre Themen stehen später auf der Agenda. Es wird aber erwartet, dass sie zu beginn dabei ist. Einige Meetings sollten grundsätzlich verkürzt werden. Da es es um eine reine Weitergabe von Informationen handelt. Eine technische Lösung ist hier angedacht. Der Vorgesetzte hat das Thema auf den Schirm. Jana hofft, dass sich etwas verändert. Sie bleibt hartnäckig und fragt regelmäßig nach.

Die nächste Baustelle ist die Art und Weise wie Projekte vergeben werden. Es scheint ein Zufallsprinzip zu sein. Ein Projekt wird angefragt und wer dann über den Weg läuft, wird angefragt. Auch dies ist nachteilig für alle, die nicht jeden Tag von morgens bis spätnachmittags an ihrem Schreibtisch sitzen. Auch hier ist eine Stellschraube, an der Jana dreht. Und versucht etwas innerhalb ihrer Abteilung zu ändern.

Ihr Arbeitgeber ist familienfreundlich zertifiziert. Sie haben an einem anderen Standort einen Bereich für firmeninterne Veränderungen / Innovationen. Auch hier ist eine mögliche Anlaufstelle für Jana, um in ihrem Unternehmen etwas zu bewegen. Während ihrer Elternzeit hat das Unternehmen sich neu strukturiert. Ein gewisser Wandel ist in dem Sinne bereits vorhanden. Allerdings führt es auch zu Schwierigkeiten, dass sie diese Umstrukturierung verpasst hat. 

Im Unternehmen gibt es eine Gleichstellungsbeauftrage. Diese unterstützt auch den Wiedereinstieg. Ein intensiver Kontakt und und Gespräche könnten auch etwas bewirken.

In unserem Gespräch gab ich Jana die Idee mit, sich mit Teilzeitkräften im Unternehmen zu verbinden. Z. B. einmal im Monat gemeinsam Mittag zu essen. Natürlich eine Herausforderung, da viele Teilzeitkräfte gar keine Mittagspause machen. Vielleicht gibt es ein anderes Zeitfenster, welches möglich ist. Die Idee: Austausch firmenintern aber abteilungsübergreifend. Wie wird die Meetingkultur in anderen Bereichen gelebt? Wie sind andere Abteilungen aufgestellt? Geht es anderen Teilzeitkräften so wie Jana oder gibt es Lösungen, die sich ihre Abteilung abgucken kann? 

 

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Was, wenn all das nichts bringt?

Einen Arbeitgeber zu verändern, die Haltung gegenüber Teilzeitkräften im Kollegenkreis zu verändern und die Rahmenbedingungen anzupassen….das sind Dinge, die eine Teilzeitkraft meist nur anstoßen kann. Wir können immer nur uns selbst verändern, nicht den anderen. Durch Veränderungen, die wir anstoßen, kann sich etwas bewegen. Aber wir können nicht davon ausgehen, dass wir allein das ganze Unternehmen revolutionieren.

Jana möchte es probieren – das finde ich klasse. Gleichzeitig sollte sie auf sich achten. Es bringt nichts, jetzt jahrelang zu kämpfen und unter der aktuellen Situation zu leiden. Sie selbst hält aktuell bereits den Überblick über den Stellenmarkt. Die weite Fahrtstrecke ist etwas, was zusätzlich belastet. Eine familienfreundlichere Kultur auf der Arbeit würde ihr zugute kommen. Vielleicht ergibt sich etwas. Es ist aber nicht ihr Fokus, jetzt eine neue Stelle zu finden. Innerhalb ihrer Abteilung gibt es einen Personalwechsel. Sie warte ab, was das bewirkt. Und probiert weiter den Wandel zur “echten” Familienfreundlichkeit zu unterstützen. 

 

Leider ist die Situation von Jana kein Einzelfall. Sie ist exemplarisch für viele Mamas (und bestimmt auch einige Papas). Wie ist es bei deinem Arbeitgeber? Wie gehst du damit um? Welche Lösungsansätze hast du ausprobiert? Welche davon haben funktioniert? Ich freue mich über deine Kommentare unter diesem Artikel.

Meiner Erfahrung nach ist es schwer als einzelne Person etwas zu bewegen. Ein Wandel findet meistens dann statt, wenn sich Gleichgesinnte zusammen tun und / oder ein grundlegender Strukturwandel / Change im Unternehmen mit einem Beratungsunternehmen durchgeführt wird. Ich unterstütze jede Mutter (und gerne auch Väter), die sich für familienfreundliche Rahmenbedingungen einsetzt. 

 

Links

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