Tool: agiles Familienboard für ein anpassungsfähigen Familienalltag

Du erfährst:

  • was Agilität ist, 
  • wie ein agiles Board zu mehr Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Übersichtlichkeit führt, 
  • und wie du ein agiles Board praktisch nutzen kannst.

 

 

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Agilität als Lösung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

 

Ist Agilität die Antwort auf die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

 

Die Diskussion um die Vereinbarkeit ist groß. Berufliche Entwicklung, Karriere und Selbstverwirklichung sind wichtige Werte in der heutigen Welt. Durch die vielen Möglichkeiten der Verhütung ist das Kinder bekommen heute meist Planungssache. Eltern entscheiden sich zu einem bestimmten Zeitpunkt bewusst für ein oder mehrere Kinder. Dies ist nicht immer der Fall, aber oft. Das führt zu der Abwägung: wann steht Beruf im Vordergrund? Und wann steht Familie an erster Stelle in meinem Leben?

 

Ist ein Kind erstmal da, wird der Fokus der Mutter meist auf die Familie gesetzt. Was wunderschön für das Kind und die Familie ist. Elternzeit und das Elterngeld ermöglicht den Familien, die ersten Monate als Familie zusammenzuwachsen und in der neuen Rolle anzukommen. Aber was ist dann?

 

Die Frage nach der Vereinbarkeit

 

Dann kommt die Frage: wie können wir uns als Familie organisieren? Es kommen viele Fragen und Entscheidungen auf einen zu:

 

  • Wer geht mit wie vielen Stunden arbeiten?
  • Wo wird das gemeinsame Kind betreut?
  • Wer übernimmt welche Aufgaben im Haushalt?
  • Wie können im Wochenplan noch Hobbys und Paarzeit Platz finden?
  • Wie decken wir Schließzeiten der Kita, Krankheitstage des Kindes oder sonstige Abweichungen der Alltagsplanung ab?

 

Viele Familien probieren es mit einer guten Organisation, einem großem Netzwerk und immer einen Plan B in der Tasche. Das ist anstrengend. Und funktioniert auch nicht 100%ig. Die Idee alles durch eine gute Planung unter einen Hut zu bekommen, führt meist zu einem überfüllten Hut. Denn der Tag hat nur 24 Stunden und ein Kind „funktioniert“ nicht nach Plan. Selbst die Familien, bei denen es durch eine passende Organisation in der Regel gut klappt: sie fühlen sich getrieben, funktionieren in ihrem Hamsterrad, haben oft ein schlechtes Gewissen, fühlen sich müde und leer. Es fehlt an Leichtigkeit und Lebensfreude.

 

Müssen wir das so akzeptieren?

 

„Das ist halt so.“ oder „Familie und Beruf lässt sich eben nicht zu gleichen Teilen leben.“ sind Aussagen, die man dann zu Hören bekommt . Aber ist das wirklich so? Darf ich nicht beides wollen? Muss ich akzeptieren, dass in der Rushhour des Lebens nicht alles möglich ist?

 

Wie gehen Unternehmen komplexe und unvorhersehbare Projekte an?

 

Lasst und doch mal abgucken. Ideen sammeln. Schauen, wie in anderen Bereichen mit solchen Situationen umgegangen wird. In der Softwareentwicklung werden viele Projekte mit agilen Methoden wie „Scrum“ oder „Kanban“ umgesetzt. Agile Unternehmensführung ist ein immer größer werdendes Thema. Es hat bereits einen Platz in verschiedenen Branchen und Firmen gefunden.

 

Was ist Agilität?

 

Laut des Dudens sind Synonyme für Agilität: Gewandtheit, Vitalität und Wendigkeit. Agilität bedeutet flexibel auf veränderte Bedingungen zu reagieren und sich anzupassen. Es heißt kontinuierlich zu lernen und sich das Produkt stets weiter zu entwickeln. Dabei wird schrittweise vorgegangen. Agilität ist nicht einheitlich definiert. Je nachdem in welchem Buch man nachschaut gibt es verschiedene Definitionen. Es gibt jedoch Merkmale, die immer wieder auftreten:

  • Dynamisches Arbeiten
  • Anpassungsfähigkeit
  • Flexibilität
  • Schnelligkeit
  • Selbstorganisierte Teams/ selbstorganisiertes Arbeiten
  • Vertrauen
  • Vernetzung
  • Transparenz

 

Wie kann Agilität bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf helfen?

 

In dem Podcast „Mein Scrum ist kaputt“ gibt es die Episode Nummer 44 (erschienen am 10.10.17). Hier berichtet Bernd Schiffer über Agilität im Privatleben. Die agilen Prinzipien und agilen Werte können in vielen Teams hilfreich sein. Familie kann in diesem Kontext als Team betrachtet werden. Er und seine Frau haben zwei Kinder im Alter von drei und einem Lebensjahr. Beides sind berufstätig und organisieren ihren Alltag agil.

 

Das Team Familie ist unvorhersehbar. Die Kinder verändern sich und entwickeln sich. Anpassungsfähigkeit und Flexibilität sind hier gefragt.

 

Wie sieht agiles Familienmanagement aus?

 

Bleiben wir bei dem Beispiel von Bernd Schiffer. Seine Familie lebt mit Post It`s. Es gibt ein „agiles Küchenboard“. Dieses wird nicht immer genutzt. Funktionierende Gewohnheiten werden zu Routinen. Das Board wird aktiv genutzt in Phasen, wo Veränderungen stattfinden. Z.B. als das zweite Kind kam.  Sobald Routinen und regelmäßige Abläufe entstanden sind, ist das Board nicht mehr oder deutlich weniger aktiv in Benutzung. Auch für große Urlaubstrips, für die Hochzeit oder ähnlich großes Dinge, wird das Board genutzt.

 

Wichtig ist die agile Haltung. Probleme als Herausforderungen sehen, Experimente wagen und keine Angst vor Fehlern haben.

 

Wie kann ich Agilität als Eltern nutzen?

 

Zuerst ist es wichtig, die Prinzipien von Agilität zu verstehen. Diese zu verinnerlichen und sich bewusst auf dem Weg zu machen. Wie du Umsetzung dann aussieht, entscheidet das Team Familie selbst.

 

Ein mögliches Beispiel:

 

Auf einem Familien-Board werden anhand von Post It`s Aufgaben / To Do`s gesammelt. Dies kann in der Schwangerschaft bedeuten: Kinderwagen kaufen, Erste Hilfe Kurs für Babys machen, für Krippenplatz anmelden, Geburtsvorbereitungskurs machen, Babyerstausstattung kaufen, Geburtsort auswählen, Hebamme finden, etc.

 

Das Board kann jederzeit mit neuen Zetteln gefüllt werden. Wichtig ist, dass es präsent in der Wohnung / im Haus steht. Z.B. eine Pinnwand in der Küche oder eine Wand im Wohnzimmer.

 

Es können Spalten eingeteilt werden. Sinn macht z.B.: „ist noch zu erledigen“, „wird gerade bearbeitet“ und „erledigt“. Auch könnte es sinnvoll sein, zu unterteilen, was zeitnah zu erledigen ist und was noch etwas Zeit hat. Im Sinne von einer Prioritätenliste. Ggf. könnte hierfür eine extra Spalte entstehen oder ein extra Board.

 

Jetzt können sich die Eltern regelmäßig, z.B. beim Frühstück, an diesem Board treffen und Post It`s von „noch zu erledigen“ in die „wird gerade erledigt“ Spalte zu ziehen. Dies schafft Transparenz, wer was heute bzw. die nächsten Tage macht. Ist die Aufgabe erledigt, wird der Post It in die Spalte „erledigt“ geklebt. So kann der Partner / die Partnerin immer sehen, was bereits erledigt ist.

 

Am Ende der Woche oder des Monats kann dann ein Resümee gezogen werden:

  • Was wurde alles erledigt?
  • Was hat gut geklappt?
  • Was nehmen wir für die nächste Zeit mit?

 

Dieses Vorgehen schafft einen Überblick, Transparenz und fördert die Kommunikation in der Partnerschaft. Auch können ältere Kinder in diesen Prozess eingebracht werden. Es besteht die Möglichkeit Experimente im Alltag zu machen. Z. B. könnten so Fahrdienste des Kindes getauscht werden. Und am Ende der Woche gibt es eine Reflexion darüber, wie es für alle Beteiligten war. In der nächsten Woche probiert man eine andere Fahrdienstkonstellation aus und zieht wieder ein Resümee. Irgendwann sind alle möglichen Konstellationen ausprobiert und getestet worden. So dass es eine Festlegung des Fahrdienstes geben kann, für die sich das Team Familie bewusst entschieden hat.

 

Was spricht für ein Familienboard?

 

Es schafft einen Überblick. Alles was aufgeschrieben ist, kann gedanklich den Kopf verlassen. Ein Board schafft Transparenz. D.h. alle Beteiligten sehen, was der andere macht. Doppelte Aufgabenverteilung kann so nicht mehr stattfinden. Zusätzlich sieht jeder, was der andere tut.  Es fördert die Kreativität. Dinge werden ausprobiert, so kommen neue Ideen auf. Dadurch werden alle flexibler und offen für Veränderungen.

 

Das tägliche Zusammenkommen und die Reflektion am Ende der Woche führt zu mehr Zusammenhalt, ein Gemeinschaftsgefühl und mehr Kommunikation.

 

 

Die Idee ein Projekt nicht mehr nach theoretischer Planung und abschätzbaren Risikofaktoren durchzuplanen, kann für die Familienorganisation übernommen werden. Denn der Familienalltag ist nicht zu 100% planbar. Die Akzeptanz der nötigen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit hilft, hier mehr Leichtigkeit rein zu bringen. Familie sollte – aus meiner Sicht – ein selbstorganisiertes Team sein. Die Idee, dass es eine Projektleitung, sprich ein „Head von Family“ gibt, ist für die Partnerschaft meist nicht förderlich.

 

Wie du Agilität in deiner Familie umsetzt, ist dein bzw. eurer Weg. Die Idee des Familienboards, des regelmäßigen Zusammentreffens am Board und das Resümee einmal die Woche oder im Monat, sind hilfreiche Methoden.

 

 

Wie kannst du Agilität für deine Vereinbarkeit von Beruf und Familie nutzen? Ich freue mich über deine Ideen in den Kommentaren unter diesen Artikel.

 

Links

Podcast „Mein Scrum ist kaputt“ Episode Nummer 44 (erschienen am 10.10.17)

Das kostenfreie eBook mit 45 Vereinbarkeits-Hacks erhältst du unter https://www.carolinhabekost.de/vereinbarkeits-hacks/

Ein hilfreiches digitales Tool für ein Board findest du z. B. unter Meistertask.com

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