Welche Rolle spielt der Vater bei der Diskussion um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? 

In dieser Episode erfährst du: 

  • Wie sich das Rollenbild von Mutter und Vater verändert hat und was dies für junge Familien bedeutet
  • Wie wichtig Bindung für die Entwicklung von Kindern ist
  • Was du tun kannst, damit du als Mama deine Rolle findest und der Papa seine Vaterrolle findet
  • Wie wichtig Kommunikation ist 
  • Wie wichtig das Kennen deiner eigenen Werte und Prioritäten ist

 

 

 

 

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Shownotes #025 Wo sind die Väter? 

Willkommen zu einer neuen Episode! Endlich mal wieder eine Soloepisode von mir. So fühlt es sich zumindest für mich an. Dieser Podcast heißt „Finde dein Mama-Konzept“ und ich rede seid 24 Episoden darüber, wie Vereinbarkeit für eine Mama funktionieren kann bzw. eben nicht funktionieren kann. Heute ist es an der Zeit, dass wir mal über die Väter sprechen. Wo sind die denn bei der Diskussion um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Welche Rolle spielt der Vater bei der Vereinbarkeitsdiskussion?

 

Da ich selbst nun Mama bin und nicht Papa, wird es in den nächsten zwei Episoden Interviews mit Väter-Experten geben. Hans-Georg Nelles vom Väterblog spricht darüber welche Möglichkeiten Väter haben und was die Mütter tun können um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die ganze Familie zu erleichtern. Auch nennt er viele Ergebnisse von Untersuchungen, die sehr spannend sind. Stefan Mantel vom Papa@Work Podcast folgt in einem Interview. Er sprach mit vielen Vätern in seinem Podcast. Stefan berichtet wie diese Väter es möglich machen, Beruf und Familie zu leben.  

 

 

Männer stoßen mittlerweile auf die gleichen Grenzen, wie die Frauen, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Die Rollenverteilung von: „der Mann bringt das Geld nach Hause, die Frau kümmert sich um die Kinder“ ist veraltet und wird immer weniger praktiziert. Warum? Ich sehe ich verschiedene Gründe:

 

  1. Männer wie Frauen haben gewisse Bildungswege hinter sich und wollen das nicht „aufgeben“ aufgrund von Familie.
  2. Frauen werden immer mehr karriereorientiert.
  3. Ein Gehalt reicht heute oft nicht mehr aus um die Familie zu ernähren. Bzw. der Lebensstandard ist so hoch, dass das Leben von einem Gehalt als eine zu große Einschränkung empfunden wird.
  4. Es geht vielen immer mehr darum eine Berufung zu leben. Es geht nicht nur um Geld verdienen. Es geht darum etwas Berufliches zu tun, was mir selbst einen Sinn erfüllt. Etwas was mein Potential entspricht.

 

Es gibt sicherlich noch mehr Gründe dafür. Dies soll keine abschließende Liste sein. Ich habe zu dieser Episode mal ein bisschen das Internet durchforstet und in einem Artikel von 2016 der FAZ gelesen:

 

„So ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung A.T. Kearney, dass 92 Prozent der befragten Väter es als wichtig für ihr Wohlbefinden erachten, Beruf und Familie vereinbaren zu können. Doch jeder fünfte ist der Meinung, dass diese Vereinbarkeit in seiner persönlichen Lebenssituation nicht zufriedenstellend klappt. Wegen dieser Diskrepanz würden auch nur 64 Prozent ihren Arbeitgeber uneingeschränkt weiterempfehlen.“

 

Die Väter von heute wollen Anteil an der Familie haben. Unsere Generation ist geprägt von abwesenden Vätern. Heutzutage ist das Thema Bindung groß.

 

Der Hinrforscher Dr. Gerald Hüther beschreibt die Bindung als Wurzeln, mit denen sich die Kinder fest verankern und ihre Nährstoffe aufnehmen.  Auch sagt Entwicklungsexperte Dr. Herbert Renz-Polster, dass es in der frühen Kindheit, bis zum Alter von drei Jahren um die primäre Bindung geht. Sichere Bindung unterstützt die Entwicklung und macht auch aus hirnforscher Sicht schlau. Denn die emotionale Umgebung hat Einfluss darauf, wie sich das Hirn entwickelt. Abgekürzt heißt das, dass Liebe gesund, schlau, sozial und stressresistent macht.

 

Bindung entsteht dadurch, dass du für dein Kind präsent bist. Bindung entsteht durch körperliche Nähe und Co Sleeping. Dein Kind bekommt Stabilität durch Rituale im Alltag. Liebe ist spürbar, wenn du dein Kind ohne Bedingung liebst. Gemeinsames Lachen und Erleben stärkt die Bindung. Eine ehrliche und authentische Beziehung führt zu Bindung. Und das achten der Gefühle deines Kindes stärken eure Beziehung. D.h. ernst nehmen und respektvoll miteinander umgehen.

 

Wie soll denn der Vater nun das Geld ran bringen und viel Zeit mit seinen Kindern verbringen?

 

Ja gar nicht. Denn das ist es ja immer wieder bei dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Egal wer – ob Mutter oder Vater – und egal welche Lebensbereiche – Beruf, Familie, Hobby, Freunde, Haushalt, etc. – 100% von allen Lebensbereichen kann keiner leben. Vereinbarkeit funktioniert nur im Sinne von Prioritäten setzen. Im Sinne von: mir ist klar welche Werte mir wichtig sind und ich richte mich danach aus.

 

Dennoch ist es so, dass deutlich mehr Frauen in Elternzeit gehen und auch nach der Babypause diejenigen sind, die in Teilzeit zurück gehen. Die Väter bleiben oft auf der Vollzeitstelle und versuchen in der restlichen Zeit alles für die Familie zu tun. Wo bleibt ihr die Zeit für Regeneration? Auch Ruhezeiten und Erholung will eingeplant sein, sonst landen wir alle im Burnout.

 

Ich berichte von meinem Mann und Vater meiner Kinder: Wenn du die ersten Episoden hier gehört hast, weißt, dass unsere Erstgeborene viel geweint hat in den ersten Monaten. Zum Glück hatte er zwei Monate Elternzeit direkt nach der Geburt. Dann ging er wieder arbeiten. Er wusste, dass wir zu Zweit schon völlig fertig waren und es schwer war, das Weinen und den wenigen Schlaf auszuhalten. Jetzt ging er ein 40-Stunden Woche arbeiten + 30min. Fahrtweg eine Richtung.

Er ging los mit schlechten Gewissen. Ich hatte Angst, dass ich es alleine nicht schaffe. Als er die ersten Tage nach Hause kam, sah er wie fertig ich war. Also übernahm er die Kleine und ich schlief. Das ging wochenlang so. Er übernahm die Kinderbetreuung ab 5h morgens. Weil sie monatelang um diese Zeit wach wurde und wach blieb. Und es so gar nicht meine Uhrzeit ist. Zumal ich die Nacht über die Betreuung übernommen habe. Wenn er von der Arbeit kam, übernahm er unsere Tochter. Ich empfand es als Luxus ohne weinendes Baby Lebensmittel einkaufen gehen zu dürfen.

Wo war in dieser Zeit die Vereinbarkeit? Ich hab sie nicht gesehen und mein Mann auch nicht. Irgendwann schlief sie besser und weinte weniger. Hatte da mein Mann dann eine Option auf „gute“ Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Er verlies das Haus zwischen 7:00 Uhr und 7:30 Uhr. Und war in der Regel gegen 17:00 Uhr zurück. Ab 19:00 Uhr schlief unsere Tochter. Damit blieben ihm effektive Zeit pro Tag mit seinem Kind: Zwei Stunden. Der Vorteil in dieser Lebensphase: wir hatten die Abende für uns selbst oder als Paar.

Für mich war die größte Umstellung Kinder zu haben, dass ich nicht mehr selbstbestimmt war bzw. bin. Daher brauchte ich die Schlafenszeit um einige selbstbestimmte Stunden am Tag zu haben.

 

Wie ist es heute?

 

Inzwischen haben wir ja hier und da an Stellen geschraubt. Denn mein Mann gefiel es nicht, so wenig Zeit mit seinen Kindern zu haben. Auch ist es doof für ihn gewesen, die Zeit mit den Kindern immer am späten Nachmittag zu haben. Denn dann sind die beiden kaputt von Tag und die Laune nicht mehr ganz so gut. Dadurch, dass unsere Kinder nun fünf und drei sind, schlafen sie weniger. So hat mein Mann mehr Zeit mit wachen Kindern, dadurch hat er weniger Zeit für sich allein. Und wir weniger Zeit als Paar an den Abenden.

Er hat den Arbeitsplatz gewechselt und arbeitet in einer 40-Stunden-Woche, die eine 40-Stunden-Woche ist. D.h. es gibt selten Überstunden. Und wenn ja, dann werden diese zeitnah wieder abgebaut. Sein neuer Arbeitgeber gefiel Gleitzeit nicht so. Es ist eine kleinere Firma und alle arbeiten zu den selben Uhrzeiten. Für mich als selbstständige, muss ich flexibel sein. An Seminartagen, kann ich die Kinder nicht in den Kindergarten bringen.

Also ging er in das Gespräch. Der Arbeitgeber lies sich darauf ein. An meinen Seminartagen, darf mein Mann später kommen und an dem Tag die Zeit hinten dran hängen. Auch von Vorteil für uns: die Arbeitszeiten sind so aufgeteilt, dass Freitag früher Feierabend ist. So haben die Kids ein Nachmittag die Woche mit Papa.

 

Reicht das?

 

Uns nicht. Sowohl meinem Mann nicht als der, der wenig von den Kindern mitbekommt. Und mir nicht als die, die sich immer zuständig fühlt, sich um die Kinder zu kümmern. Alles immer zu organisieren und so Head of Family zu sein. Wir arbeiten an unserer Vision, in der er weniger arbeitet und ich durch meine Selbstständigkeit mehr zum Familieneinkommen beitrage.

 

Welche Rolle hat der Vater denn nun in der Vereinbarkeitsdiskussion?

 

Er hat die Rolle, die er sich selber schafft. Bzw. hat er die Rolle, die ihr ihm als Familie schafft. Genauso wie du als Mama, die Rolle hast, die du dir schaffst. Bzw. ihr euch als Familie schafft. Es gibt keine klaren Rollenbilder mehr. Und das finde ich persönlich auch gut so. Ihr könnt also eure Rollen so schaffen, wie ihr es möchtet.

 

Schau welche Aufgaben es für eure Familie gibt. Das kann z.B. sein: Einkommen von X Euro sichern, Kinder betreuen, Lebensmittel einkaufen, Haus putzen, Steuererklärung machen, das Haus in Stand halten, etc. Und nun schaut wer alles Aufgaben übernehmen kann: der Vater? Die Mutter? Vielleicht auch die Kinder selbst? Oder ihr kauft Dienstleistung ein? (Kitaplatz, Haushaltshilfe, etc.).

 

Es macht Sinn in die Kommunikation zu gehen. Und dabei die Familie als gesamtes Konzept zu sehen. Und dann aufzuteilen. Dabei sollte auch geschaut werden, dass so etwas wie Paarzeit und Alleinzeit für Regeneration und Hobbys dabei ist.

 

Mein nächstes Webinar wird zum Thema Kommunikation mit dem Partner und Vater meiner Kinder sein. Hier werde ich beleuchten, wie du in solch ein Gespräch gehst. Das Webinar ist gratis und findet am Donnerstag, den 28.09. um 9:30 Uhr statt. Es wird eine Aufzeichnung geben, falls du es zu dieser Uhrzeit nicht schaffen solltest. Du kannst dich hier dafür eintragen.

 

Warum fühlen sich so viele Mamas von den Papas mit den Kindern eingelassen?

 

Ich glaube hier liegt ganz viel daran, wie das Familienmodell aufgebaut ist. Wenn die Mama die ersten Monate die meiste Zeit mit dem Kind verbringt, spielt sich alles ein. Der Vater geht wie gewohnt arbeiten. Wenn er nach Hause kommt, kommt er in ein bestehendes, funktionierendes System. Sich hier einzubringen ist gar nicht so einfach.

 

Liebe Mamas, denkt immer daran, dass auch du in deine Rolle reinwachsen musstest. Der Elternteil, der mehr Zeit mit dem Kind verbringt, ist meist schneller in seiner Rolle angekommen. Du verstehst was dein Kind will, wenn es weint. Du verstehst, warum es sich wann wie verhält. Das ist für den Teil, der nur wenige Stunden am Tag mit dem Kind hat, nicht so einfach.

 

Wir Mamas wollen die Unterstützung. Aber lassen dann die Papas nicht machen. Oder? Denn er macht es ja nicht so, wie es „richtig“ ist. Das führt dazu, dass manche Väter es gar nicht mehr versuchen. Und es führt dazu, dass sich die Paare streiten.

 

Und glaube mir, ich kenne das selbst. Ich will, dass mein Mann sich um unsere Kinder kümmert. Und wenn ich dann den ganzen Tag auf Seminar bin und nach Hause komme, habe ich am Anfang die Krise bekommen. Die Kids haben viel fern geschaut, das Haus war unordentlich, die Kinder noch nicht Bett fertig und zum Mittagessen gab es Kartoffelpüree aus der Tüte mit Bockwurst. Oje! Und das wo ich immer täglich frisch koche. Weil das ein Wert ist, der mir wichtig ist. Aber eben, er ist mir wichtig. Meinem Mann ist der Wert nicht so wichtig. Das als Paar auszubalancieren, das ist due Kunst.

 

Daher geht es oft um Werte und Prioritäten. Ich muss es aushalten, dass der Vater es anders macht. Natürlich kann ich ihm Tipps geben. Denn wenn ich die meiste Zeit mit den Kindern verbringe, dann bin ich die Expertin. Aber es darf nicht so sein, dass ich als Mama dem Papa vorgebe, wie er etwas zu machen hat. Ein Hinweis wie: „Er schläft gerade seinen Mittagsschlaf von 13h bis 15h. Wäre super, wenn der Rhythmus bestehen bleibt.“ reicht völlig aus.  

 

Was ich dir heute unbedingt mitgeben möchte ist: Lass den Vater machen! Es gibt Dinge, die dir unendlich wichtig sind? Ok! Dann bespreche diese in einem ruhigen, gemütlichen Gespräch mit dem Vater. Und ansonsten lasse Fünfe gerade sein. Sonst nimmst du dem Papa die Chance seine Rolle als Vater zu finden.

 

Ich freue mich auf die nächsten zwei Episoden, die wie immer dienstags veröffentlicht werden. Hier wird die Sicht der Väter noch mehr beleuchtet. Und ein gedanklicher Rollenwechsel führt immer zu mehr Verständnis.

 

Ich fasse die Episode für heute nochmal zusammen:

  • Die Väter stoßen auf die gleichen Grenzen wie die Frauen, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht.
  • Die Väter von heute vollen grundsätzlich einen Anteil an der Familie haben. Meist sehen sie sich nicht mehr „nur“ als Ernährer.
  • Kinder brauchen Bindung. Bindung baut sich durch Nähe auf. Gerade in der Babyphase hat es auch viel mit der Quantität der verbrachten Zeit zu tun.
  • Sowohl die Mutter als auch der Vater haben 24 Stunden am Tag. Beide müssen für sich und gemeinsam schauen, wer welche Aufgaben übernimmt.
  • Du hast die Rolle, die du dir schaffst. Und der Vater hat die Rolle, der er sich schafft. Lasse dem anderen seinen Freiraum.
  • Gehe in Kommunikation mit dem Vater. Sprecht über Werte und Prioritäten.
  • Lass dem Papa seinen Weg finden!

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute von dir. So schön, dass du regelmäßig rein hörst. Und wenn du mehr zum Thema Kommunikation mit dem Vater wissen möchtest, trage dich dafür ein. Den Link findest du hier.

 

 

Links:

 

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